Auf Dougs Farm haben Hühner ein gutes Leben

Auf Dougs Farm haben Hühner ein gutes Leben

Bericht von der Rheinzeitung / Martin Köhler

Dieser Bauernhof hat Ansprüche wie kein Zweiter: Doug’s Farm von Bauer Douglas „Doug“ Stewart und seiner Frau Isabella definiert Biostandards neu. Doug führte uns über seine Farm. Es ist Dienstagmittag. Doug kehrt die Straße. Er ist ein unscheinbarer Mittfünfziger in seiner blauen Jeans und dem braunen Eskimo-Rollkragenpulli mit britischer Flagge an den Ärmeln. An seinem britischen Akzent merkt man zuerst, dass er etwas anders ist. Und schon besichtigen wir seinen Hühnerstall. „Das Tier hat das Recht, gesund und glücklich zu sein. Nur dann wird sein Fleisch gut schmecken“, betont der Bauer. Was sich oberflächlich wie eine der üblichen Floskeln eines jeden Landwirts anhört, kann Stewart eindrucksvoll beweisen. 300 Hybridlegehennen produzieren die Eier. Nach dem gängigen Biostandard dürfte er in den Ställen und auf der Auslaufwiese doppelt so viele Hennen halten: vier Tiere pro Quadratmeter. Doch „Bio“ ist Doug nicht natürlich genug. Darauf weist er mehrfach hin. Den Futtertrog der Legehennen hat der Farmer ins Freie gestellt – „damit alle Hennen genug Luft schnuppern können“, sagt er. Außerdem teilen sich Legehennen und Masthühner die gleiche Wiese. Ein Hektar groß ist das Areal, auf dem sie sich austoben können. Aber mehr als 300 sind es nicht. Auch deshalb, weil es derzeit noch nicht genügend Kunden gibt. Auslauf bis zum Abwinken Die Masthähnchen wachsen bei ihm auf der Farm auf. Derzeit sind zwei Gruppen von jeweils 300 Küken und „Teenagern“ in getrennten, weitläufigen Ställen untergebracht. Einen Tag alt kommen sie aus Norddeutschland nach Odenbach. Hier wachsen sie fünf Wochen lang heran, bis ihnen Federn gewachsen sind. Dann heißt es: ab auf die Riesenwiese, die in ihren Abmessungen an ein Fußballfeld erinnert.

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Wo andere Bauernhöfe – und erst recht die Massentierhaltung – Wert darauf legen, dass die Masthühner möglichst wenig Energie verbrauchen, um möglichst schnell dick und somit verkaufsreif zu werden, geht Doug den umgekehrten Weg. Seine 200 Hühner dürfen immerhin viereinhalb Monate alt werden. Danach, weiß der Landwirt, schmeckt das Fleisch nicht mehr so gut. „Lieber verschenke ich das Fleisch, als nicht die beste Qualität verkaufen zu können“, meint er kompromisslos. Zu besonderen Anlässen und nur auf Bestellung hat Doug Gänse, Enten, Cou-Nu-Wildhühner und Perlhühner im Angebot. Alle Tiere werden mit selbst geerntetem Heu und Stroh efüttert. Nur rund 10 Prozent des Futters (vor allem Mineralsteine und -salze) kauft er ein. Auch das Getreide baut Douglas Stewart selbst an. Schließlich umfasst seine Farm 65 Hektar. Um die Gefahr von Genmanipulation auszuschließen, sind alle Sojaprodukte im Futter durch Ackerbohnen, Erbsen, Grünmehl und Lupine ersetzt. Pestizide jeder Art sind selbstredend auch verpönt. Ab diesem Jahr baut der Farmer auf einem Hektar Gemüse an, das an das Geflügel verfüttert wird – um die Qualität des Fleisches zu steigern. „Vom ersten bis zum letzten Tag will ich wissen, was in meine Tiere reinkommt“, sagt der Exil-Kanadier. Apropos letzter Tag: Auch für die Hühnerschlachtung hat Doug einen besonderen Maßstab. Wir betreten einen Raum, der steriler wirkt als jede Tierarztpraxis. Die Straßenschuhe müssen speziellen Hausschuhen weichen. Die Schlachttiere werden von Doug zunächst mit einem Elektroschocker betäubt. Das Gerät kostete in der Anschaffung mehrere Tausend Euro und ist keineswegs vorgeschrieben. Aber Doug hält das für den würdigsten Weg, denn „nach dem Elektroschock spürt das Tier keinen Schmerz und keine Angst“. Schlachttiere werden betäubt Ohne diesen Schock führt das Schlachten zu einer Verkrampfung der Luftröhre, was dem Fleisch ob des Schockzustands des Huhns nicht guttut. „Ich kann die Tiere tö- ten im guten Gewissen, dass sie ein gutes Leben bei mir hatten“, findet Doug Trost. Keines seiner Tiere wird durch die Republik gekarrt; und jedes Tier wird einzeln geschlachtet. Ehepaar Stewart verweist auf die industrialisierte Massentierhaltung und findet „diese Entwicklung zutiefst schade.“ Bevor Douglas Stewart seine eigenen strengen Maßstäbe entwickelte, besichtigte er etliche Höfe, um sich inspirieren zu lassen. Die Bauern Maurer aus Reiffelbach sowie Buß aus Odenbach haben ihm besonders geholfen, dankt Doug. Dass all der Aufwand seinen Preis hat, ist klar. Ein Ei kostet auf den Märkten in Bad Kreuznach oder Kaiserslautern, wo Dougs Mobil regelmäßig zu finden ist, 40 Cent; ab Hof allerdings nur 35 Cent. Ein Kilo Hähnchen kostet 9,50 Euro; Hähnchenbrustfilets 22,50 Euro.

Weitere Preise können auf der Website www.dougsfarm.de eingesehen werden

Eine Antwort auf Auf Dougs Farm haben Hühner ein gutes Leben

  • …an Isabella Stewart.
    Seit ich bei den „Landfrauen“ von Ihrem Shortbread gehört und
    gesehen hatte träumte ich davon.
    Jetzt habe ich es endlich ausprobiert. ES IST SPITZE!!!
    Ich habe ein doppeltes Rezept Teig zubereitet und einen Teil
    davon als Boden für einen Käsekuchen abgezweigt. SENSATIONEL!

    Liebe Grüße aus Trier an der Mosel,
    Wilma Föhr

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